Nephrektomie: Alles Wissenswerte zur Entfernung der Niere
Die Nephrektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem eine Niere teilweise oder vollständig entfernt wird, oft aufgrund von Erkrankungen wie Nierenkrebs, schweren Infektionen oder Funktionsstörungen.
Die Nephrektomie kann offen chirurgisch oder minimal-invasiv (laparoskopisch oder robotisch assistiert) durchgeführt werden. Während des Eingriffs entfernt der Chirurg entweder die gesamte Niere (radikale Nephrektomie) oder nur den erkrankten Teil (partielle Nephrektomie). Die Operation erfolgt unter Vollnarkose und dauert in der Regel 2 bis 4 Stunden.
Behandlung von Nierenkrebs: Die Nephrektomie ist oft die effektivste Behandlung bei bösartigen Tumoren.
Erhalt der Nierenfunktion: Bei einer partiellen Nephrektomie wird gesunde Nierensubstanz erhalten, was die Nierenfunktion bestmöglich schützt.
Verhinderung von Ausbreitung: Durch die Entfernung der erkrankten Niere oder des betroffenen Teils wird das Risiko einer Ausbreitung von Krebs oder Infektionen reduziert.
Bei einer radikalen Nephrektomie wird die gesamte Niere sowie umliegendes Gewebe und gelegentlich Lymphknoten entfernt. Dies ist oft bei grösseren Tumoren oder fortgeschrittenen Erkrankungen notwendig. Bei einer partiellen Nephrektomie entfernt der Chirurg nur den erkrankten Teil der Niere, um so viel gesundes Gewebe wie möglich zu erhalten. Der Eingriff kann offen (mit einem grösseren Schnitt) oder minimal-invasiv (durch kleine Schnitte mit Hilfe von speziellen Instrumenten) erfolgen.
Vor der Operation werden umfassende Voruntersuchungen durchgeführt, darunter Bluttests, bildgebende Verfahren wie CT- oder MRT-Scans sowie eine Überprüfung der allgemeinen Gesundheit. Patienten sollten vor dem Eingriff blutverdünnende Medikamente absetzen und nüchtern zur Operation erscheinen. Eine gründliche Aufklärung über den Ablauf und mögliche Risiken erfolgt durch den behandelnden Arzt.
Nach der Nephrektomie bleibt der Patient in der Regel mehrere Tage im Krankenhaus zur Beobachtung und Erholung. Schmerzmittel helfen bei der Linderung postoperativer Beschwerden. Wichtig ist es, sich an die Empfehlungen des Arztes zu halten und körperliche Anstrengungen für einige Wochen zu vermeiden. Die Nierenfunktion wird eng überwacht, insbesondere wenn die andere Niere die volle Funktion übernehmen muss.
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden regelmäßige Nachsorgetermine vereinbart, um den Heilungsprozess zu überwachen und sicherzustellen, dass die verbliebene Niere ordnungsgemäss arbeitet. Bildgebende Verfahren oder Blutuntersuchungen werden verwendet, um eventuelle Komplikationen oder Rückfälle zu erkennen. Langfristige Überwachung ist vor allem bei Krebspatienten unerlässlich.
Wie lange dauert die Heilung nach einer Nephrektomie?
Die vollständige Erholung nach einer Nephrektomie kann 4 bis 6 Wochen dauern, je nach Art des Eingriffs und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.
Welche Risiken sind mit einer Nephrektomie verbunden?
Zu den möglichen Risiken zählen Infektionen, Blutungen, Verletzungen benachbarter Organe und in seltenen Fällen Nierenversagen, insbesondere wenn die verbleibende Niere beeinträchtigt ist.
Kann ich mit einer Niere normal leben?
Ja, die meisten Menschen können mit einer Niere ein normales Leben führen. Die verbleibende Niere übernimmt in der Regel die Funktionen der entfernten Niere vollständig.
Was passiert, wenn die andere Niere ebenfalls Probleme hat?
Sollte die verbleibende Niere nicht ausreichend funktionieren, kann eine Dialyse oder in schweren Fällen eine Nierentransplantation notwendig sein.